JOTA 2009

von Wolf Dieter Bogg
Zum 21. Mal führte die Pfadfindergruppe Perchtoldsdorf ihr Jamboree On The Air (JOTA) durch - ein Bericht von der Pfadfinderstation OE3P
JOTA 2009

Diesmal funktionierte der Antennenaufbau im Wienerwald bestens. Das Team der Roverrotte Kammerstein erkletterte die höchsten Bäume in der Nähe der Teufelsteinhütte und spannte die Drahtantenne FD4 in Rekordzeit. Noch bei Tageslicht waren auch die Drahtantenne G5RV und eine 2-Meter-Antenne für UKW betriebsbereit.

Das Wetter war scheußlich. Schneeregen und starker Wind erschwerten die Arbeit und die noch ungewohnt tiefen Temperaturen machten klamme Finger, aber das Werk war am Freitag erledigt.

Am Samstag wurde zuerst der Hüttenbetrieb aufgenommen, dann ging auch die Funkstation OE3P mit einer Funkverbindung aus RA6 (Russland) [1], Dagestan, "in die Luft". Die Empfangsbedingungen für Weitverbindungen (DX) waren gut, erstaunlich viele Japaner aber auch Kanadier und Amerikaner waren zu hören, aber weniger gut zu arbeiten. Die Verbindung mit Norwegen (LA) war leider keine Pfadfinderstation. Die weiteste Verbindung entstand mit den amerikanischen Jungferninseln, die kürzeste war mit OE1J [2] in Wien.

Pfadfinder der Gruppe Perchtoldsdorf nehmen am JOTA 2009 teil

12 Späher und Guides wanderten auf den Berg und übernachteten in der Hütte. Der Besuch im Funkraum war natürlich ein fixer Programmpunkt. In kleinen Gruppen hofften sie auf eine Gesprächsmöglichkeit, die deutschsprachigen Stationen ließen aber wieder auf sich warten. Zum Glück gab es die Engländer, die immer zu einem Plausch mit den 2. Operators bereit waren.

Schöne Erinnerungen gab es für Operator Dieter Bogg OE3DBU beim Gespräch mit Oliver GB2LC, einer Station in Linnet Clough, einem Lagerplatz in der Nähe von Manchester, wo er vor 23 Jahren als Pfadfinderleiter mit seinem Trupp Tungri der British Scouts in Europe aus Den Haag ein Sommerlager abhielt.

Die obligatorische Nachtwanderung und der Hüttenabend waren zusätzliche Höhepunkte des Wochenendlagers der GuSp.

Am Sonntag stürmten die WiWö die Hütte und wollten unbedingt funken. Auch hier zeigte sich der Mangel an verfügbaren Stationen auf dem 2-Meter-Band. Dafür gab es danach ein gemeinsames Geländespiel mit den GuSp. Von den eingeladenen Pfadigruppen kam niemand, aber ein luxemburgischer Pfadfinderleiter tauchte auf. Er hatte vom JOTA am Teufelstein gelesen und die Hütte ausfindig gemacht - er war in der Heimat immer am JOTA beteiligt.

22 QSO (Funkverbindungen) [3] wurden geführt, hauptsächlich mit Portugal, Spanien und Großbritannien.

Dieter, OE3DBU

Bildnachweis: www.telescout.org


[1] Länderangabe; zB LA = Norwegen, RA6 = Teil von Russland
[2] Rufzeichen; jedes Rufzeichen ist individuell und kommt nur ein einziges Mal weltweit vor. Es besteht aus Prefix, Zahl und Suffix.
Prefix: Gibt das Land an und wird daher oft von Funkamateuren als Landesangabe benützt um sich kurz zu halten; zB OE für Österreich, VK für Australien, 9A für Kroatien.
Zahl: Gibt in Österreich das Bundesland an. 1 = Wien, 2 = Salzburg, 3 = Niederösterreich, 4 = Burgenland, 5 = Oberösterreich, 6 = Steiermark, 7 = Tirol, 8 = Kärnten, 9 = Vorarlberg.
Suffix: Vereinfacht gesagt, das eigentliche individuelle Rufzeichen für das Land; in manchen Ländern auch in Kombination mit der Zahl in der Mitte, wenn diese keine "Ortsangabe" mit darstellt.
[3] Die Q-Gruppen, also alle Abkürzungen von uns die mit einem Q beginnen, sind weltweit genormt und werden benutzt, um die maximale Information mit bester Verständlichkeit mit minimalem Zeitaufwand zu übermitteln. Diese werden auch von anderen Funkdiensten wie zB Schiffsfunk, Flugfunk, Astronauten, etc. benutzt. Es ist zB für einen Russen oder Japaner wesentlich leichter und klarer wenn man sagt "QTH Wien" anstatt my location is Wien.
Alle anderen Abkürzungen, wie zB DX, sind ebenfalls international gültig und verständlich.